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HUND und RECHT: Haftung des Hundehalters

Veröffentlicht von Administrator (admin) am 16.07.2012
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Haftung von Hundehaltern

Häufig verursachen Tiere durch ihre Unberechenbarkeit Schäden, egal wie sehr sich der Hundehalter bemüht dies zu vermeiden. Das kann ein materieller Schaden sein, zB der Hund zieht das Notebook vom Tisch, zerkratzt Türen einer Mietwohnung oder ein Unfall mit PKW Sachschaden, was ggf auch Mietwagenkosten und Ausfallskosten beinhaltet. Wird eine Person verletzt, zB durch Anspringen und stolpern, dann können die Kosten beträchtlich sein, denn auch für die Folgekosten wie zB Reha oder Verdienstausfall, im dramatischen Fällen auch Berufsunfähigkeitsrente oder gar Beerdigungskosten haftet der Tierhalter.

 

Wer haftet?

Für die Schäden, die Hunde anrichten, haftet fast immer der Tierhalter. Das Risiko sollte man absichern durch eine Hundehaftpflichtversicherung, die man ab 50 Euro pro Jahr abschliessen kann. Bedenkt man die Höhe der möglichen Schäden, kann der Abschluss einer solchen Hundehaftpflicht nur dringend empfohlen werden.

Auch mittelbare Ursachen reichen für eine Haftung aus – gebärdet sich der Hund zB so wild an der Leine, dass jemand vor Schreck stürzt und sich verletzt oder auch nur psychischen Schaden nimmt, dann ist der Halter in der Pflicht.

Haftungsausschluss: Mithalter, also Familienmitglieder, können keinen Anspruch geltend machen, selbst wenn der Hund auf nur eine Person der Familie angemeldet ist.

 

Ein Exkurs in die Gesetzestexte:

Im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) ist die Schadensersatzpflicht allgemein in §823 Abs 1 geregelt „wer vorsätzlich oder fahrlässig das Leben, den Körper, die Gesundheit, die Freiheit, das Eigentum oder ein sonstiges Recht eines anderen widerrechtlich verletzt, ist dem anderen zum Ersatz des daraus resultierenden Schadens verpflichtet.“

Tierhalter sind im Speziellen nochmal in §833 angesprochen:

Satz 1: Wird durch ein Tier ein Mensch getötet oder der Körper oder die Gesundheit eines Menschen verletzt oder eine Sache beschädigt, so ist derjenige, welcher das Tier hält, verpflichtet, dem Verletzten den daraus entstehenden Schaden zu ersetzen.

Satz 2: Die Ersatzpflicht tritt nicht ein, wenn der Schaden durch ein Haustier verursacht wird, das dem Beruf, der Erwerbstätigkeit oder dem Unterhalt des Tierhalters zu dienen bestimmt ist, und entweder der Tierhalter bei der Beaufsichtigung des Tieres die im Verkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet oder der Schaden auch bei Anwendung dieser Sorgfalt entstanden sein würde.

Aufgrund der Unberechenbarkeit tierischen Verhaltens und die daraus automatisch resultierende Gefährdung anderer ist die Haftung des Hundehalters ist eine sogenannte Gefährdungshaftung – in kurzen Worten: Es kommt in den meisten Fällen nicht auf das eventuelle Verschulden des Hundehalters an. Einzige Ausnahme dazu bietet §833 Satz 2.

Noch ein Beispiel: Selbst wenn ein Hund in einer Urlaubs- oder Tagesbetreuung gegen Entgelt betreut wird, haftet immer noch der Tierhalter, es sei denn die Betreuungsperson hat nachweislich groß fahrlässig gehandelt. (§834 BGB) Die Haftung eines Hundesitters ist also verschuldensabhängig, anders als die Halterhaftung.

Andersherum ist natürlich auch der Hundesitter verpflichtet, den Hund vor Schäden und Entlaufen zu bewahren, sowie eine ausreichende artgerechte Versorgung (Futter, Pflege, Bewegung, Tierarzt usw) sicherzustellen. Kommt er seiner Pflicht nicht nach, ist er schadensersatzpflichtig gegenüber dem Hundehalter.

Zuletzt geändert am: 29.07.2014 um 22:23

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